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Schuhmacherwerkstatt
Im Europa der Bronze- und Vorrömischen Eisenzeit dürfte der Bundschuh dominierend gewesen sein, der aus einem Stück Fell, Leder oder festem Zeug zugeschnitten und mit Riemen am Fuß befestigt wurde. Schuhmacherzünfte gab es seit dem Mittelalter. Die ersten sind 1104 in Trier, 1128 in Würzburg und 1157 in Magdeburg nachzuweisen. Das Haus der Schuster und der Gerber-Innung, zentral am Alten Markt gelegen, wurde 1190 gegründet. Bereits 1220 wurde sie als "Pons caligatorum" (Schusterbrücke) urkundlich erwähnt. Die Leiterstraße wurde 1276 als "ledderstrate" genannt, weil in ihr wahrscheinlich die Gerber ihre Häuser hatten. Das älteste in Erfurt erhalten gebliebene Dokument dieses Gewerbes ist das Statut der Schuhmacherzunft von 1423, das auch die Trennung zwischen Schuhmacher und Schuhflicker festlegt. Die Schuhflicker durften nur Reparaturen ausführen oder alte Schuhe aufkaufen, die sie nach dem Ausbessern auf angewiesenen Marktplätzen verkaufen konnten.
In der Schuhbrücke wohnten anfänglich die Schuster. Doch auch die Schuhmacher, vor allem die, die ohne Gesellen und Lehrlinge auskommen mussten, gehörten zu den ärmeren Schichten. 1841 zum Beispiel konnten in Berlin von 3.405 Schuhmachern 2.812 ihre Steuern nicht bezahlen. Diese Krisensituation verschärfte sich noch mit der Einführung der ersten Schuhmachermaschinen Mitte des 19. Jahrhunderts, die das Zeitalter der industriellen Schuhproduktion einläuteten.