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Motorflugzeuge - Hans Grade
Im Beisein Magdeburger und Berliner Reporter erhob sich Hans Grade am 28. Oktober 1908 auf seinem selbstgebauten Dreidecker in die Lüfte. Die Zeitungen titelten: "Heute ist dem Ingenieur Grade auf dem Cracauer Anger in Magdeburg der erste Flug gelungen." Die Berliner Zeitung BZ verkündete gar "die Geburtsstunde der deutschen Fliegerei!"

Der Dreidecker war heimlich in einem Schuppen gebaut worden, da Grade Angst hatte, sich trotz seines Sechzylinder-Zweitaktmotors von 36 PS, den 8 Meter langen Tragflächen und des selbstgebauten Stromverteilers zu blamieren. Es ging noch nicht um das Zurücklegen vorbestimmter Strecken, das Fliegen selbst war Ziel der Übung. Am 19. September 1908 kündigte der "Magdeburger Generalanzeiger" die Erprobung des Fluggerätes an. Nach den ersten Rollversuchen erfolgten, durch Bodenerhebungen begünstigt, kurze Sprünge.
Hans Grade beschrieb die Anfänge des gesteuerten Motorfluges so: "Nach einem langen Sprungflug rannte mir eine Frau in den Weg. Entweder mußte ich sie umreißen, überspringen oder besser - überfliegen. Ich zog am Höhensteuer. Ich erreichte eine Höhe von 8 m. Mir war nicht wohl dabei, auch meiner Maschine schien diese Höhe nicht zu behagen.

Sie rutschte über den rechten Flügel ab, da sie übersteuert war und machte Bruch. Da saß ich nun wie Scipio über Karthagos Trümmern. Vor mir lag mein erster Bruch, hinter mir mein erster Flug." Hervorragende fliegerische Leistungen Grades sind erst mit seinem zweiten Flugzeug, einem Eindecker, den er "Libelle" taufte, verbunden. Vor allem die Steuerfähigkeit der "Libelle" wurde im Vergleich zum Dreidecker stark verbessert, so daß nun von kontrolliertem Motorflug gesprochen werden konnte.