TechnikmuseumMagdeburg
Zur Geschichte des Technikmuseums
Von einer Produktionshalle zum Schaudepot ...

Das Museum befindet sich in der ehemaligen Panzer-Gießerei von Hermann Gruson. Gruson hatte die Halle 1871 errichten lassen, nachdem er durch ein von ihm entwickeltes Hartguß-Verfahren zu einem führenden Lieferanten für die Eisenbahn und das preußische Militär geworden war. 1893 wurde das Unternehmen von der Friedrich Krupp AG in Essen gekauft und fungierte seitdem als Friedrich Krupp AG Grusonwerk.

Die Produktion von Panzertürmen und Großgeschützen wurde fortan in Essen gebündelt. Die Rüstung blieb dennoch ein wichtiges Standbein des Magdeburger Betriebes. Während des Ersten Weltkrieges begann das Unternehmen die ersten Versuche mit Panzern, die in den 1930er Jahren fortgesetzt wurden. Im Zweiten Weltkrieg wurden verschiedene Panzer in großen Stückzahlen gefertigt, was ein Grund für die massiven Zerstörungen war, welche die Stadt Magdeburg im Krieg erfuhr.

Etwa 80 % des Betriebes waren bei Kriegsende zerstört. Nach der Übernahme durch die sowjetische Militäradministration folgten umfangreiche Demontagen. Nach diversen Umstrukturierungen war das heutige Museumsgebäude Teil des 1969 gegründeten Schwermaschinenbaukombinats "Ernst Thälmann" (SKET). Bis etwa 1990 umfasste die Produktpalette komplette Ausrüstungen für metallverarbeitende Betriebe und sie Hüttenindustrie und lieferte Walzstraßen, aber auch Krane und Bearbeitungsmaschinen für den allgemeinen Maschinenbau.

Nach dem Ende der DDR wurde das Unternehmen zerschlagen und in Teilbetriebe aufgespalten. Der Museumsbetrieb wurde im Mai 1995 mit einem Schaudepot eröffnet. Die drohende Schließung konnte das Kuratorium Industriekultur in der Region Magdeburg e.V. 2006 verhindern. Der Verein führte das Museum bis zum Mai 2019 in überwiegend ehrenamtlicher Tätigkeit und konnte bis zu 20.000 Besucher im Jahr anlocken. Seit dem 1. Juni ist es wieder vollständig in städtischer Trägerschaft und soll in den kommenden Jahren umfassend überarbeitet werden.